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Koppen ist ansteckend/ Kopper haben immer Koliken?!
Glöckchen
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Hallo,
ich möchte hier gerne mal ein wenig aufräumen mit den Ammenmärchen und der Panikmache zum Thema Koppen...
Ich habe über zwei Jahre einen Aufsatzkopper im Stall gehabt und das erste was ich mir anhören durfte war :"Du arme Irre, hast du zu viel Geld?" Was an Tierarztrechnungen auf mich zukommen würde, Kopper hätten ja IMMER mit Koliken zu tun und:"Du weißt das Koppen 'ansteckend' ist, andere Pferde schauen es sich ab!"
Zu Letzterem kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, es ist ein Irrglaube und auch nicht erwiesen, dass Koppen 'ansteckend' ist. Mein Wallach stand in einer gemischten Stallgemeinschaft, Box an Box mit anderen Pferden und keines der Anderen hat es sich in diesen Jahren abgeschaut! Zu den Koliken hab ich folgendes zu berichten. Zu Beginn erstmal, der Wallach hatte nie eine Kolik in der Zeit wo er bei mir war. Kopper schlucken Luft und natürlich bläht die geschluckte Luft auf, daraus KÖNNEN (Gas)-Koliken entstehen. Meine Pferdehaltung war jedoch immer auf die, meiner Meinung nach 3 wichtigsten L's abgestimmt:
-Licht
-Luft-
-Laufen
Ein offener, freundlicher Stall in dem es viel zu gucken gab hielt von unnötiger Langeweile ab.
Raufutter immer zugänglich (Heuraufen), so das keine langen Fresspausen entstanden. Zur Fütterung eines Koppers empfehle ich immer Heu. Durch das trockene Raufutter müssen die Pferde viel kauen, was die Speichelbildung anregt und die Verdauung unterstützt. War das gegeben, benötigte ich keine Futtermittelzugabe, die das Abkoten unterstützt. Bewegung ist das A und O für einen Kopper. Ganzjähriger Weidegang in der Herde, für halbe Tage oder länger. Und natürlich die Bewegung unterm Sattel. Viel Abwechslung und ein Augenmerk darauf, dass keine trainingsbedingten, geistigen Überlastungen sich ins Programm schlichen, bereiteten dem Wallach wieder große Freude zur täglichen Arbeit. Zur Erklärung, ich habe den Wallach übernommen, nachdem er von einer Tierschutzorganisation aus den Fängen einer sadistischen 'Ausbilderin' aus dem GrandPrix-Training befreit wurde! Schlimme Marter und Misshandlung mit Kandarre und Rohrstock waren Teil seiner 'Ausbildung'. Da muss man sich nicht fragen, was hier Auslöser des Koppens gewesen sein mag. Körperliche und psychische Gewalt gepaart mit schlechter, nicht artgerechter Haltung. Als der Wallach zu mir kam war er nicht reitbar und koppte ununterbrochen überall, wo immer er eine Stelle zum Aufsetzen fand. Auf dem Futtertrog, auf dem Weidezaun, auf der Anbindestange, einfach überall. Zum Schluss reduzierte sich sein Koppen AUSSCHLIEßLICH auf die Futtersituation. Er war etwas futterneidisch, was eine Stresssituation in ihm auslöste und in dieser Situation koppt er noch Heute. Auf der Weide nicht mehr, beim Anbinden nicht mehr und auch sonst in keiner Situation, in der er die Möglichkeit hätte. Ich habe ihn auf gebissloses Reiten umgestellt und heute geht er als braves Freizeitpferd ins Gelände und bringt einer Amateurin liebevoll das Reiten im Unterricht bei. Auch von ihr habe ich die Information, das es keine Probleme mit Koliken gibt.
Ich kann also nur jedem ans Herz legen, der in Erwägung zieht sich einen Kopper anzuschaffen, gebt nix auf das Gerede eurer Miteinsteller, auch Kopper haben eine Chance verdient. Und mit der passenden Fütterung, Haltung und Bewegung kann man allle oben genannten Problematiken umgehen.
LG Glöckchen
Koppen ist ansteckend/ Kopper haben immer Koliken?!
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